13 Jun - 13 Jun 2021
CConcert
Talen:  ItaliaansBoventitels:   Duits
Jun'2113
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Konzerthaus Dortmund , Brückstraße 21, 44135 Dortmund, Germany

Volledige Cast & Productieteam

Cast & Productieteam

Orkest
Neue Philharmonie Westfalen
Koor
Opernchor des Theater Dortmund

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Over het werk

Handlung Ort und Zeit: Sizilien, Kastell von Caldora und Umgebung, 13. Jahrhundert Vorgeschichte Ernesto, Herzog von Caldora, hatte sich vergeblich um Imogene bemüht, die jedoch Gualtiero, den Grafen von Montalto, liebte. Gualtiero war wie Imogenes Vater Anhänger König Manfreds und wurde nach einer Niederlage gegen das Haus Anjou, mit dem sich Ernesto aus Rache verbündet hatte, verbannt. Gualtiero fand in Aragonien nicht die erhoffte Unterstützung und wurde schließlich zum Anführer aragonesischer Piraten. Währenddessen hielt Ernesto Imogenes Vater so lange in Gefangenschaft, bis sie in die Ehe mit ihm einwilligte, der ein Kind entstammt. Zehn Jahre später sind die Piraten um Gualtiero so mächtig, dass Karl I. von Anjou seine Flotte unter Ernestos Kommando aussendet, der die Piraten schließlich schlägt. Gualtiero kann als einer der wenigen Überlebenden vom Schiff fliehen. Erster Akt Meeresküste bei Caldora Während eines Sturmes landen die schiffbrüchigen und besiegten Piraten, darunter der Anführer Gualtiero und sein Gefährte Itulbo, an der Küste und werden dort von Fischern geborgen. Auch Goffredo, früher Gualtieros Erzieher, beobachtet die Rettung und erkennt ihn sofort. Gualtiero fragt nach seiner Geliebten Imogene, die er zurücklassen musste, als er sich ins Exil begab. Goffredo verschweigt, dass Imogene in der Nähe ist und rät Gualtiero, sich zu verstecken, um nicht erkannt zu werden. Schließlich tritt Imogene mit ihren Damen auf, um den Schiffbrüchigen Hilfe zu leisten und Asyl zu gewähren. Sie weiß jedoch nicht, dass es sich bei den Gestrandeten um eben jene Piraten handelt, die zu bekämpfen ihr Mann Ernesto ausgezogen ist. Allerdings erinnert sie sich an einen Albtraum der vergangenen Nacht, in der sie den sterbenden Gualtiero erblickte, den sie noch immer liebt. Derweil erkennt Gualtiero aus seinem Versteck Imogene als seine Geliebte, die sein Seufzen wahrnimmt; Goffredo und Itulbo verhindern aber zunächst eine Begegnung der beiden. Loggia im Kastell von Caldora Als Imogene Gualtiero trifft, gibt er seine wahre Identität preis und erfährt, dass Imogene Ernesto heiraten musste, um ihren Vater vor dem Tod zu bewahren. Gualtiero fühlt sich betrogen und will das Kind töten, das aus dieser Ehe entstanden ist; schließlich beherrscht er sich und verlässt Imogene Erleuchteter Hof des Kastells 7 Unerwartet kehrt Ernesto mit seinen Soldaten vom Kampf gegen die Piraten zurück und feiert seinen Sieg gegen den von ihm totgeglaubten Gualtiero und seine Anhänger. Ernesto fällt die Unruhe Imogenes auf und lässt den Anführer der Gestrandeten sowie Goffredo rufen, um sich genauer über die Schiffbrüchigen zu informieren. Itulbo gibt sich als Anführer der Piraten aus, um Gualtiero zu schützen. Der Herzog ahnt den Betrug und will die Gestrandeten in Gefangenschaft nehmen. Imogene hält ihn davon ab und schlägt stattdessen vor, ihnen die Abreise am nächsten Morgen zu befehlen. Der wütende Gualtiero verlangt unterdessen heimlich von der einer Ohnmacht nahen Imogene eine weitere Aussprache. Zweiter Akt Saal, der zu den Gemächern Imogenes führt Adele berichtet Imogene, dass Gualtiero nicht abreisen wird, ehe er noch einmal mit ihr gesprochen hat. Ernesto stellt seine Frau wegen ihres distanzierten Verhaltens zur Rede. Imogene gesteht, dass sie Gualtiero noch immer liebt. Ernesto erfährt, dass sein Rivale sich im Schloss befindet und dass sich die beiden bereits wiedergesehen haben. Da Imogene Angst vor einem Duell zwischen beiden Männern hat, warnt sie Ernesto vor einer Niederlage. Loggia des Kastells, kurz vor Morgengrauen Imogene und Gualtiero treffen sich erneut. Imogene versucht, Gualtiero zur Flucht zu bewegen; sie hingegen sieht ihre Pflicht darin, bei Ernesto und ihrem Kind zu bleiben. Gualtiero besteht darauf, mit Imogene gemeinsam zu flüchten oder den Herzog umzubringen. Dann werde er sich der Todesstrafe stellen. Ernesto hat das Treffen beobachtet und tritt dazwischen. Der anschließende Streit eskaliert und führt zum Zweikampf, bei dem Gualtiero Ernesto tötet. Atrium des Kastells, Morgen Gualtiero stellt sich dem Gericht. Imogene vernimmt das Todesurteil und wird wahnsinnig. Von amouröser Leidenschaft bis Rache, von Schuld- gefühlen bis Wahnsinn und selbstzerstörerischer Wut „Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen“ (Vincenzo Bellini, 1834) 1827 war zweifellos ein bedeutsames Jahr in der Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts: Vor allem in Frankreich und Italien summierten sich mehrere Ereignisse, die zur Bildung und Festigung neuer ästhetischer Paradigmen entscheidend beitrugen. Victor Hugo publizierte in diesem Jahr sein umfangreiches Versdrama „Cromwell“, dessen Vorwort zu einem programmatischen Manifest des romantischen Geschmacks avancieren sollte. Eugène Delacroix schuf ebenfalls 1827 – inspiriert von Lord Byrons Tragödie „Sardanapalus“ – sein gewaltiges Gemälde „La mort de Sardanapale“, das den neoklassizistischen Stil in Frage stellte; in Paris machte die englische Kompanie von William Abbott Furore, die dem Publikum die Dramen des „echten“ Shakespeare ohne verzerrende Filter der klassizistischen Ästhetik bekannt machte. Ebenso bedeutsam war die Publikation der französischen Übersetzung von Goethes „Faust“ durch Gérard de Nerval, die eine wichtige Rolle hinsichtlich der Entwicklung der Romantik in Frankreich spielte. 1827 war zudem das Jahr, in dem sich in Italien mit der Veröffentlichung von Manzonis „I promessi sposi“ und Francesco Domenico Guerrazzis „Battaglia di Benevento“ das neu aufgekommene Genre des historischen Romans durchsetzte. Am 26. März 1827, Beethovens Todestag in Wien, fand an der Pariser Oper die Uraufführung von Rossinis Oper „Moïse“ statt, die zusammen mit seiner kurz zuvor uraufgeführten Oper „Le siège de Corinthe“ eine neue musikalische Ära auf der Bühne des renommiertesten Opernhauses der französischen Hauptstadt einleitete. Ende des Jahres trafen diese Werke bereits in italienischer Übersetzung in Rom ein und ebneten von da an nach und nach der französischen Grand opéra den Weg hinein in die großen italienischen Theater. Ein Meilenstein: Bellinis „Il pirata“ In einem solchen kulturellen Klima ist es nicht verwunderlich, auf eine weitere revolutionäre Oper zu stoßen: „Il pirata“, die einen entscheidenden Wendepunkt in Vincenzo Bellinis Karriere markierte. Sie wurde mit sensationellem Erfolg am 27. Oktober 1827 an der Mailänder Scala uraufgeführt und der junge Bellini avancierte mit diesem epochalen Werk zu einem der führenden Opernkomponisten seiner Zeit. Acht Jahre später war er bereits tot. Im Frühjahr 1827 kam Bellini, fünfundzwanzig Jahre jung und aus Catania stammend, nach Mailand. Zuvor hatte er nur zwei Opern komponiert: „Bianca e Fernando“, die 1826 im Teatro di San Carlo uraufgeführt wurde und „Adelson e 9 Salvini“, die als Abschlussarbeit im Jahr zuvor am Konservatorium „San Pietro a Majella“ zur Uraufführung kam. Von Beginn an mochte der junge Sizilianer Domenico Barbaja, der den Komponisten engagierte und mit dem Librettisten Felice Romani zusammenführte. Barbaja, der größte Impresario des frühen neunzehnten Jahrhunderts, hatte gerade die Mailänder Scala übernommen, an der er eine neue Programmkonzeption einführen wollte. Gleichzeitig führte er mit seinem unfehlbaren Gespür für Talente das Teatro di San Carlo in Neapel und einige Jahre lang zusätzlich zwei Theater in Wien. Nicht unterschätzt werden darf auch der Anteil des Genueser Librettisten Felice Romani am Erfolg von „Il pirata“, der durch seine Texte für Simon Mayr, Gioacchino Rossini, Giovanni Pacini, Gaetano Donizetti und Saverio Mercadante Berühmtheit erlangte – und praktisch alle großen Komponisten dieser Generation belieferte. Bellini sollte schließlich so eng mit ihm zusammenarbeiten, dass die Libretti zu sieben seiner zehn Opern von Romani stammen. Auf Romani geht die Wahl des „Piraten“ zurück und damit die Intuition, sich auf den romantischen Charakter zu konzentrieren, der zur neuen Literatur- und Theater-Strömung in Mailand und überall in Europa werden sollte. Romani übernahm den Stoff aus der englischen Gothic-Tragödie „Bertram, or The Castle of St. Aldobrand“ von Charles Maturin. Sie wurde 1816 in London uraufgeführt und 1822 in Paris mit großem Erfolg in Form eines Melodrams – einem gesprochenen Text mit reicher musikalischer Begleitung und Tänzen – unter dem Titel „Bertram, ou le Pirate“ wiederbelebt. Das Melodram war letztlich die direkte Quelle des Librettisten, sodass Romani die Namen von Imogene, Itulbo und Solitario (Goffredo) von dort übernahm. Der Name von Gualtiero hingegen ergab sich aus dem Namen des Hauptdarstellers in Paris – Monsieur Gautier – und der Name des Ehemanns von Imogene, der im französischen Text als Comte Aldini de Caldora erscheint, wurde von Romani in Ernesto verändert. Bellini macht sich unterstützt durch den fachkundigen Librettisten mit Begeisterung an die Arbeit. Die Rekonstruktion des genauen Kompositionsprozesses von „Il pirata“ leidet allerdings unter dem Mangel an Dokumenten und Briefen von Bellini. Die Oper des 25-jährigen Komponisten aus Catania wurde vom Publikum sofort als absolute Neuheit wahrgenommen. Den damaligen Kritikern zufolge wurden gleich mehrere Elemente als zukunftsweisend angesehen, darunter die romantische Konstruktion des Librettos durch Romani, der sich zuvor stets gegen die „Abstrusität“ jenseits der Alpen ausgesprochen hatte. Tatsächlich berichtete die mailändische Zeitschrift I Teatri: „Herr Romani, Feind der Romantiker in den Doktrinen, die seinem Journal zugrunde liegen, oder vielmehr Feind dessen, was in jeder Art von angenehmer Literatur nicht schön ist, und Kritiker, auch über den Zweck hinaus, streng in der Anwendung seiner Maximen, ist in ‚Il pirata‘ romantisch geworden; ohne all die Fehler zu vermeiden, die er bei anderen so bitter getadelt hat [...]“. Weiterhin hervorgehoben wurden die differenziert komponierten AccompagnatoRezitative, die immer wieder ariose Elemente aufweisen; und nicht zuletzt wurde die hoch emotionale Musik Bellinis mit langgezogenen, sehnsuchtsvollen Gesangskantilenen sowie die differenzierte Instrumentation gelobt. Große Interpreten Das Erfolgsrezept von Barbaja beruhte neben der Wahl des Komponisten und des Librettisten auch auf der klugen Auswahl erstklassiger Sänger*innen, für deren herausragende stimmliche Möglichkeiten die Gesangsparts komponiert wurden. Zwei der drei Hauptprotagonisten erlangten durch „Il pirata“ Weltruhm: die französische Sopranistin Henriette Méric-Lalande (Imogene), vor allem aber der Tenor Giovanni Battista Rubini (Gualtiero), eine der Legenden des Gesangs des 19. Jahrhunderts. Mit der Rolle des Gualtiero gestaltete Rubini den ersten „romantischen Tenor“ – eine von mehreren Partien, die Bellini speziell für seine Stimme schrieb. Der Gesangspart des Gualtiero gehört bis heute zu den schwersten für einen lyrischen Tenor; sie verlangt nicht nur eine enorme Höhe, sondern vor allem auch Kraft, zudem Lyrik, Piano-Raffinesse und Koloratur. Der enorme vokale Anspruch der Titelrolle ist sicherlich einer der Gründe, warum das Werk lange Zeit nur selten gespielt wurde: Die Rolle galt ohne Kürzungen als nahezu „unsingbar“. Und auch die Imogene wird von den Sopranistinnen im Belcanto-Fach bis heute als eine äußerst schwierige Rolle angesehen, denn sie vereint Koloratur mit Lyrik und Dramatik. Kantabilität und Expressivität Ruhige und melancholische Passagen stehen in „Il pirata“ neben dramatischen Ausbrüchen. Bereits die Sturmszene zu Beginn des 1. Aktes – mit derjenigen aus Verdis „Otello“ vergleichbar, die erst rund 45 Jahre später entstehen sollte – ist kontrastreich angelegt: Erregtheit weicht einer kantablen Gebetsmelodie. Ebenso facettenreich angelegt ist die Auftrittsarie der Imogene: Nach einem deklamatorischen Beginn steigert sich nach und nach die Kantabilität in größeren melodischen Einheiten. Es folgt ein überraschender Stimmungsund Tonartenwechsel, der zunächst belcantohaft figurenreich beginnt und zunehmend an Dramatik gewinnt; die Emotion löst sich in der abschließenden expressiven Cabaletta. Voller unheimlicher Spannung ist der erste Hauptteil des 1. Finales: Sie löst sich für einen Moment in einem ruhigen Mittelteil, bevor sich die Spannung im schnellen Schlussteil vollends entlädt. Das Orchester ist keine 11 „Riesengitarre“, wie Richard Wagner gemeint hat. In Arien wie der des Gualtiero im 2. Akt tritt es zugunsten der Gesangsstimme stark zurück, an anderen Stellen hingegen gewinnt es große Bedeutung so z. B. in der Schlussszene Imogenes durch eine poetische Instrumentation mit Englischhorn und Harfe. Es dominieren groß angelegte mehrteilige Formen sowohl in Arien als auch in Duetten, im dramatischen Terzett im 2. Akt ebenso wie in den Ensembles. Einige Rezitative, die stets als Accompagnati vom Orchester begleitet werden, besitzen durch eingefügte Ariosi eine hohe Kantabilität. Höhepunkt des Werkes ist die abschließende Wahnsinnsszene, die zu einem Paradigma des Belcantos werden sollte: „Erst mit Bellinis Oper Il pirata beginnt die romantische Wahnsinnsszene als Chiffre für einen Gang heraus aus der Gesellschaft, in den Tod [...]“ (Hermann Schreiber). Den Wahnsinn schuldloser Frauen kann man als Spezifikum der italienischen Oper in Verbindung mit dem gerade in romanischen Ländern überschwänglichen Marienkult interpretieren. Die in ihrem Wahnsinn ruhiggestellte Frau des 19. Jahrhunderts: unschuldig und leidend, den Kräften der männlichen Liebe und des männlichen Stolzes ausgeliefert. Ohne diese Szene – eine paradigmatische Wahnsinnsszene schlechthin – wären Werke wie Donizettis „Lucia di Lammermoor“ wohl kaum entstanden. Reaktion von Kritikern und Publikum Erstaunlich war insbesondere die heftige emotionale Reaktion des Publikums, die von der Uraufführung bis zu den nachfolgenden Aufnahmen das Werk zu einem triumphalen Erfolg führte. Gleichermaßen angezogen von Sujet und Musik gaben sich die Zuschauer einer so intensiven Emotion hin, dass sie zu Tränen gerührt waren: eine Rezeptionsweise, die in einer derartigen Dimension bis dahin absolut beispiellos war. Ein Rezensent berichtet von dem großen Eindruck, den vor allem das Duett zwischen Gualtiero und Imogene im 1. Akt und die Arien der beiden Protagonisten im 2. Akt auf ihn machten. Und Imogenes Delirium im Finale („O sole, ti vela“) habe einen „so tragischen Charakter, dass es den Tränen den Weg wegnimmt und das Herz zerreißt, das anderen Gefühlen nicht mehr zugänglich ist, außer denen der Bewunderung, die im Applaus [...] und dem Maestro und den Sängern ein Ventil findet“. Das Publikum zeigte sich bei und kurz nach der Uraufführung gebannt von der Handlung und einer Musiksprache, die Gefühle von amouröser Leidenschaft bis Rache, von Schuldgefühlen bis Wahnsinn und selbstzerstörerischer Wut erlebund hörbar machte. Bellini bewegte das Publikum dank seines originellen musikalischen Stils, der genau darauf ausgelegt ist, die der dramatischen Situation innewohnende explosive Ladung zu zünden.
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